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1sein. Projekt abgeschlossen!


Hintergrund: 
Jeden Tag erreichen uns Nachrichten über Flüchtlinge, die den Weg nach Europa suchen. Wir sehen Bilder von hoffnungslos überfüllten, rostigen Booten, die mit viel zu wenig Treibstoff gefüllt sind, sodass die Fahrt über das Mittelmeer zum lebensgefährlichen Wagnis wird. In unserem Projekt 1sein arbeiten wir zur Zeit vor allem mit jungen Männern aus Eritrea zusammen, was uns dazu bewegte, mehr über die Gründe der Flucht zu erfahren.

Eritrea – ein Land, das vielen von uns vor Projektstart unbekannt war. Und tatsächlich gelangen aus dem Land, welches in der Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen 2015 wiederholt den letzten Platz einnahm, nur wenige Informationen. Für die internationale Nichtregierungsorganisation Freedom House gehört Eritrea in ihrem jährlichen Ranking im Hinblick auf Demokratie und Freiheit zu den neun „worst of the worst”-Ländern. Wir erfuhren von unvorstellbaren politischen und sozialen Gegebenheiten – so z. B. vom Militärdienst, den alle eritreischen Männer ableisten müssen und der keiner rechtsstaatlichen Kontrollinstanz untersteht, sodass willkürliche Verhaftungen, Folter und Tötungen zum Alltag gehören.

In Deutschland sind wir mit der Situation konfrontiert, dass die Städte und Gemeinden durch gesetzliche Regelungen angehalten sind, eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen aufzunehmen. Oft sind die hauptamtlichen Strukturen für die Betreuung und Integration der Flüchtlinge jedoch nicht gegeben, weshalb ehrenamtliches Engagement ein wesentlicher Stützpfeiler der Flüchtlingsarbeit ist.

Das Konzept: 

In unserem Projekt 1sein möchten wir Haupt- und Ehrenamtliche im Landkreis Wolfenbüttel und der Stadt Braunschweig unterstützen, bestehende Hilfsangebote auszuweiten. Auf diese Weise sollen Flüchtlinge, die wegen ihrer fehlenden Anerkennung als Asylberechtige/r bzw. Flüchtling oder wegen überfüllter Integrationskurse zum Warten gezwungen sind, Möglichkeiten zur sinnvollen Beschäftigung gegeben werden. Als Projektpartner stehen uns bislang die Freiwilligenagentur Wolfenbüttel, das DRK Wolfenbüttel und ein Lehrstuhl der TU Braunschweig zur Seite.

Der erste von zwei Projektbausteinen von 1sein sind Kulturpatenschaften zwischen Flüchtlingen und (in der Regel) Studierenden der TU Braunschweig. Bei wöchentlichen Treffen sollen die Deutschkenntnisse der Flüchtlinge vertieft und ausgebaut werden und auch die deutsche Kultur näher gebracht werden. Bei der Freiwilligenagentur Wolfenbüttel können sich die studentischen Kulturpaten als Ehrenamtliche eintragen lassen.

Den zweiten Projektbaustein führen wir zusammen mit der Stabstelle Flüchtlingshilfe des DRK Wolfenbüttel als Projektträger durch. Mithilfe gespendeter Nähmaterialien (von der Nähmaschine über den Stoff bis zum Knopf) möchten wir gemeinsam Nähwerkstätten im Landkreis Wolfenbüttel errichten, in denen Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben wird, das Nähen von Taschen zu erlernen. Das 1sein-Team hat hierzu ein Konzept und einen Businessplan geschrieben. In den Nähwerkstätten sollen die Vermittlung von handwerklichen Fertigkeiten, Selbstmanagement-Kompetenzen (z.B. Organisation des Arbeitsplatzes) und wirtschaftliche Kenntnisse erfolgen. Viel wichtiger erscheint uns jedoch, dass die Nähwerkstätten den Flüchtlingen eine Beschäftigung bieten, die ihren Tagesalltag strukturiert und sie durch den anschließenden Verkauf u. a. im Rotkreuzshop des DRK Wolfenbüttel ein Gefühl der Wertschätzung erfahren. Der Erlös fließt zu 100% an die Flüchtlingshilfe des DRK Wolfenbüttel, welches damit Projekte und Aktivitäten für die Flüchtlinge realisiert.

Aktueller Stand: 
Insgesamt 32 Eritreer, Sudanesen und Syrer haben einen Kulturpaten und treffen sich regelmäßig. Im Rahmen des Moduls „Interkulturelle Kompetenz“ des Psychologie-Masterstudiums an der TU Braunschweig können die Kulturpatenschaften als Studienleistung angerechnet werden.
Drei Eritreer und ein Syrer, die Lust zum Nähen haben, stellen Einkaufstaschen und Turnbeutel her.

Die Taschen können im Rotkreuzshop in Wolfenbüttel (Am Alten Tore 1) erworben werden (Einkaufstaschen: 12 Euro, Turnbeutel: 15 Euro).

Ausblick: 
Es sollen weitere Nähwerkstätten in Gemeinden des Landkreises Wolfenbüttel aufgebaut und weitere Verkaufsstellen für die Taschen gefunden werden.

 

Pressemitteilungen:

http://regionalwolfenbuettel.de/1sein-naehend-kontakte-knuepfen/

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1sein“: Nähend Kontakte knüpfen | Wolfenbüttel
Wolfenbüttel. Unter dem Namen „1sein“ hat eine Gruppe Enactus-Studierender der TU Braunschweig ein Projekt aufgebaut, das Flüchtlingen eine Möglichkeit zu …“

„Flüchtlinge profitieren von Studenten – und umgekehrt“ Wolfenbüttler Zeitung, 11. Dezember  2015

„Über das Nähen zueinander finden“ Wolfenbüttler Schaufenster, 13. Dezember 2015

Projektleitung:

Gina Duschek: g.duschek@tu-bs.de

Frauke Rutsch: f.rutsch@tu-bs.de

Projektmitglieder:
Deborah Ammon
Carina Jacobs
Gesa Ogniewski